Ein Haus aus Schnee und Eis – Was Iglus so cool macht

Die Iglus der Eskimos sind weltweit bekannt. Und auch wenn sie inzwischen bis auf wenige Ausnahmen als Wohnsitze ausgedient haben, wohnt den Schneehäusern noch immer ein ganz besonderer Zauber inne. Die Faszination, die von den eisigen Gebilden ausgeht, haben sich die Betreiber der sogenannten Iglu-Hotels zunutze gemacht. Hier können abenteuerlustige Gäste hautnah erleben, wie gut sich Schnee als Dämmmaterial eignet.     

Wir Europäer verstehen unter einem Gebäude gemeinhin eine Konstruktion aus Beton, Holz, Stahl und Klinkersteinen. Wir sind es gewohnt, in geradlinigen vier Wänden zu wohnen und ein Dach aus Ziegeln über dem Kopf zu haben. Für indigene Völker hingegen stellten lange Zeit kuppelförmige Gebilde aus Schnee und Eis ihre Behausungen dar. Das Wort „Iglu“ bedeutete ursprünglich allgemein „Haus“ oder „Wohnung“, womit die Eskimos neben ihren Schneehäusern auch die mitunter von ihnen bewohnten Torf- oder Holzhäuser bezeichneten. Ganze Siedlungen waren mit den traditionellen Iglus aus Schnee bebaut und dienten über längere Zeit als Wohnhäuser.

Seit den 1950er Jahren nutzen Eskimos das Iglu in der Regel nur noch als Schutzunterkünfte bei Wanderungen und Jagdausflügen. In Nullkommanichts haben zwei geübte Männer ein Iglu errichtet: Sie benötigen lediglich eine Stunde Bauzeit, um ein Schneehaus fertig zu stellen. An der bewährten Bauweise hat sich seit damals im Grunde nichts geändert: Idealerweise in leichter Hanglage werden massive Schneeblöcke mit einem Eigengewicht von 40 Kilogramm spiralförmig aneinander und aufeinander geschichtet, bis die typische Kuppelform erreicht ist. Das Internet hält ausführliche Iglu-Bauanleitungen bereit – fehlt eigentlich nur noch der Schnee.

In hohen Lagen im Allgäu, in Österreich und der Schweiz, wo Schnee keine Mangelware ist, laden Iglu-Hotels und Iglu-Dörfer Touristen zu einem eisigen Abenteuer ein. Die coolen Quartiere lassen nichts zu wünschen übrig: Eis-Bars, glitzernde Restaurants und entspannende Wellnessbereiche heizen den Gästen ordentlich ein.

Überhaupt ist es in den Schneehäusern viel wärmer als gedacht. Im Inneren herrschen durchaus akzeptable Temperaturen, da der Schnee sehr gut isoliert. Als Dämmmaterial eigenen sich die 50 Zentimeter dicken Eiswände hervorragend. Zwischen den Außentemperaturen und dem Innenraum können bis zu 50 Grad Celsius Unterschied bestehen. Wird das Iglu als Schlafraum verwendet, muss nur darauf geachtet werden, dass die Liegefläche höher positioniert ist als die Oberkante des Einganges, denn ansonsten entweicht die warme Luft.

Für kuschelige Stunden im Iglu-Hotel empfiehlt es sich natürlich, warme Winterkleidung zu tragen. Schal, Wollsocken und Mütze sorgen neben warmen Getränken für das Rundum-Wohlgefühl. So wird der Aufenthalt im Schnee-Hotel zu einem unvergesslichen Erlebnis, an das Sie mit positiven und vor allem warmen Gedanken zurückdenken.

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Foto: © vicnt2815/Depositphotos.com

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